Krankenhaus-Knigge – Tipps für den stilvollen Krankenhausbesuch


Krankenhaus-Knigge – Tipps für den stilvollen Krankenhausbesuch

Neulich bat mich eine Kundin um Tipps für den Krankenhausbesuch. Schnell entstand eine rege Unterhaltung darüber, wie ich mich als Besucher stilvoll verhalte. Wie viel Nähe ist angemessen und was ist für die Genesung hilfreich?

Vorneweg: Vieles hängt vom Krankheitsbild und von der Beziehung zum Erkrankten ab.

Wer krank im Bett liegt, fühlt sich oft nicht so frisch und attraktiv wie zu alltäglichen Gegebenheiten. Die meisten Patienten sind dankbar, wenn sie vorab wissen, wer sie wann besucht. Spontanbesuche empfehle ich deshalb nur engen Familienmitgliedern und sehr guten Freunden des Patienten.

Größere Besuchergruppen sind unerwünscht und Stühle oft Mangelware. Im Krankenzimmer hat der Patient nur eine bescheidene Privatsphäre. Nämlich sein Bett. Generell gilt das Bett, also auch die Bettkante, als Tabuzone für alle anderen Personen. Wünscht sich der Kranke mehr Nähe zu seinem Besucher, liegt es an ihm die „Tabuzone für Besucher“ aufzuheben. Wenn nicht, setzen Sie sich am besten auf einen Besucherstuhl, so sind Sie auf Augenhöhe.

Viele Menschen scheuen Krankenbesuche, denn sie wissen nicht, worüber sie sprechen sollen. Alles dreht sich nur noch um die Krankheit, Therapien und Symptome. Der Patient kann durchaus erwarten, dass sich die Besucher für seinen Befund, die Leiden und den Tagesablauf interessieren. Das Bedürfnis an Zuspruch empfindet jeder unterschiedlich. Ich empfehle, nach einer angemessenen Zeit auch zu alltäglichen positiven Gesprächsthemen überzuleiten. Hilfreich ist es, im Vorfeld mögliche Gesprächsideen zu sammeln. Was könnte den Kranken interessieren? Welche angenehmen Ereignisse und Begebenheiten laden zu einer gemeinsamen Unterhaltung ein? In manchen Situationen gilt jedoch: Miteinander Schweigen ist Gold. Stille Anwesenheit verbindet.

Der eigene Terminkalender und auch das Befinden des Patienten beeinflussen die Dauer des Besuchs. Wirkt der Besuchte wach und bittet ausdrücklich um einen längeren Besuch, spricht wahrscheinlich nichts dagegen. Wirkt er jedoch müde und erschöpft, gönnen Sie ihm Ruhe und Erholung.

Vertraute und emotional verbundene Personen steigern das Wohlbefinden des Patienten und den Heilungsprozess. So werden nahestehende Menschen beim Krankenhausbesuch zur süßen Medizin.

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