Restaurant-Knigge – Wie spreche ich die Service-Kraft an?


Restaurant-Knigge

Vor wenigen Wochen brachte mich ein Arbeitstermin ins gesellige Rheinland. Nach dem ausgefüllten Arbeitstag ist klar: wir lassen den Tag in einem urigen rheinischen Brauhaus ausklingen. Viele Erinnerungen an meine frühere Zeit im Rheinland schwirren durch meinen Kopf. Kurz muss ich überlegen und meine Gedanken sortieren, dann ist es wieder präsent: Die teilweise ruppigen Bedienungen im rheinischen Brauhaus spreche ich mit „Köbes“ an. Wie einfach, denke ich gerade. Und schon stellen meine Begleitungen mir die Frage: „Wie spreche ich heutzutage in einem Speiselokal die Bedienung an? Wie rufe ich sie zu mir? Sage ich noch Kellner?“ Eine rege Diskussion entbrennt.

In einem guten Restaurant sind die Service-Mitarbeiter so aufmerksam, dass sie erkennen, wenn ein Gast etwas wünscht. Doch manchmal müssen wir als Gast auf uns aufmerksam machen. Ein dezentes Handzeichen und Blickkontakt reichen in den meisten Fällen aus. Je nach räumlicher Entfernung zur Service-Kraft, begleitet durch ein „Entschuldigung, bitte“. „Herr Ober“ ist die antiquierte Abkürzung von „Herr Oberkellner“ und hin und wieder noch zu hören. Die Anrede „Frau Ober“ für weibliche Service-Kräfte hat sich nie durchgesetzt. Absolut tabu ist das früher übliche „Fräulein“. Diese Anrede ist nicht nur unhöflich, sondern in Deutschland auch völlig out. Ein für alle hilfreicher Trend setzt sich zusehends durch. Viele Servicekräfte tragen ein Namensschild. In diesen Fällen empfehle ich, die Bedienung mit dem Namen anzusprechen. Die „Sie-Anrede“ ist selbstverständlich, auch wenn das Namensschild nur den Vornamen zeigt.

Mitten in unserem angeregten Gespräch, stellt der Köbes kommentarlos volle Gläser in unsere Runde. Ja, wir hatten vergessen, die Bierdeckel auf unsere Gläser zu legen. Ein klares Zeichen in rheinischen Brauhäusern. Nur gut, dass unser Gespräch durstig macht. Also genieße ich das weitere Getränk in geselliger Runde. Außerdem freue mich auf meinen nächsten Besuch in einer „Pfälzer Gastronomie“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *